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Offene Türen


An was erinnert mich folgende Situation? 


"Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden." (Matthäus 9, 35-38).


Na klar, die Situation erinnert mich (Stefan) irgendwie an Madagaskar! Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie Jesus mit seinen Jüngern durch die verschiedenen Dörfer streift und auf viele hilfesuchende Menschen trifft. Und, wie er weitere Mitarbeiter sucht.


Als wir die Bibelstelle aus dem Matthäusevangelium gestern Abend mit unseren Kindern lasen, fielen mir einige Parallelen auf, die unsere aktuelle Situation und insbesondere die Ereignisse des gestrigen Tages beschreiben. Aber von vorn:


In unserem letzten Newsletter haben wir von unseren neuen Plänen berichtet. Wir werden in den nächsten zwei Jahren weiter mit Nehemia Madagasikara zusammenarbeiten. Parallel dazu starten wir gerade einen neuen Arbeitsbereich an einem neuen Ort und sind gerade dabei, hierfür auch einen eigenen Verein zu gründen (die Hintergründe dazu in diesem Video). 

Vielleicht ähnlich wie Jesus mit den Jüngern gingen auch wir wochenlang durch verschiedene Dörfer. Wir sahen viele Menschen, die Not leiden, Hilfe suchten und gleichzeitig aufgeschlossen uns gegenüber waren und uns einluden. Wir baten dich als Freund um Gebet, damit wir herausfinden, an welchem der Orte wir starten sollen. Denn die Ernte ist groß...


Der Ort, den Gott uns schlussendlich aufs Herz legte, heißt Antanantanana. Ja, ganz schön viele "a´s" und "n´s" 😅. 


Antanantanana ist ca. 12 km oder auch 45 Minuten Autofahrt von uns entfernt und hat mit den umliegenden Dörfern 2.500 Einwohner.


Der Weg dorthin ist nicht immer ganz einfach...



Das erste, wichtige Event

 

Dann kam der große Tag. Nachdem wir bereits bei einem vorherigen Besuch einen guten Kontakt zum Bürgermeister Jean-Marie knüpfen konnten, bei dem er uns sogar einlud, seine Räumlichkeiten des Rathauses für uns als Büro zu nutzen, planten wir ein erstes Informationstreffen für alle Interessierten. 


Der erste Schritt unserer Arbeit ist die Verteilung unserer Jüngerschafts-Bibelhefte, wie wir es bei Nehemia bereits für über 2.000 Familien machen. Der neue Ort bietet viel Potenzial, und so hofften wir für unsere gestrige Infoveranstaltung auf reges Interesse. Uns war klar, es gab auch das Risiko, dass gar niemand kommt. Zum Beispiel weil die Menschen uns als Weiße gegenüber ablehnend sein könnten oder weil die örtlichen, sehr traditionellen Kirchen Konkurrenz wittern. Unser Ziel ist jedoch die Zusammenarbeit mit jedem, der geistlich wachsen will, egal wo er gerade im Glauben steht und welcher Konfession er angehört.


Im Bild: Der Bürgermeister (Mitte), daneben Andry und Davida.


Der Bürgermeister half uns im Vorfeld, die Einladungsblätter im Ort aufzuhängen und lud uns anschließend zu sich und seiner Familie zum Mittagessen ein. Offene Türen!


Am Veranstaltungstag selbst blieben wir auf dem Hinweg mit unserem Auto erstmal im Schlamm stecken und kamen so mit einer ordentlichen Verspätung an. Voller Hoffnung, auf eine wartende Menschenmenge zu treffen, sahen wir jedoch vor dem Bürgermeisterbüro leider niemanden. Was tun? Also schlenderten wir erst einmal durchs Dorf und tranken einen übersüßten madagassischen Kaffee am Straßenrand. Es dauerte nicht lange, und immer mehr Menschen versammelten sich um uns herum. Von jung bis alt, alle waren sie gekommen und spitzten ihre Ohren, um nicht zu verpassen, was wir ihnen anzubieten haben. Letztendlich verteilten wir über 100 Infozettel und bekamen 63 Unterschriften von Interessierten, die ab nächster Woche mit dem ersten Bibelheft starten möchten. Wie cool! 


Einige Menschen kamen mit ihren Nöten zu uns und hoffen auf soziale/wirtschaftliche Hilfe. Bevor wir daran arbeiten, liegt unser Fokus in Antanantanana für einige Monate erst einmal ausschließlich auf geistlichem Wachstum arbeiten.


Wir sind überzeugt davon, dass insbesondere das geistliche Wachstum viel Frucht und Entwicklung in andere Lebensbereiche bringt!


Links: Stefan beschäftigt bei der Verteilung der Infozettel. Mitte: Nela auf dem Heimweg mit madagassischen Kids. Rechts: die Versammlung vor dem Büro


Wie geht es weiter? 


Die Ernte ist groß, aber...es braucht auch Mitarbeiter.


Davida (23), der Sohn von unserem "Motorcycle-Pastor" Andry, war mit uns von Anfang an dabei, als wir nach einem Ort für unsere Arbeit gesucht haben. Bislang hat er uns ehrenamtlich unterstützt. Wir möchten ihn gerne als unseren ersten Mitarbeiter gewinnen und ihm für seine Arbeit, die ab jetzt beginnt, einen monatlichen Lohn in Höhe von 100 € bezahlen. Seine Aufgabe wird sein, die Bibellektionen in unserem Büro in Antanantanana an die Familien auszugeben, die zurück bekommenen Hefte zu korrigieren und die Familien zu Hause zu besuchen und bei Fragen und Anliegen zu begleiten. 



Für Davida suchen wir konkret Unterstützer, die Freude daran haben, ihn und die Arbeit auf monatlicher Basis finanziell zu tragen. Melde dich bitte bei uns, wenn du dich angesprochen fühlst!


Vielen Dank an alle, die mit uns mitfiebern und mitbeten. Wir halten dich auf dem Laufenden!

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