Ein Zyklon fegt über Madagaskar

Aktualisiert: 16. Feb.


Am ersten Februarwochenende traf der Zyklon "Batsirai" auf Madagaskar.

Sogar in den deutschen Nachrichten war oft davon die Rede, so dass wir von einigen (besorgten) Freunden gefragt wurden, wie es uns mit dem tropischen Wirbelsturm ergangen ist.


Auf dem Bild ist zu erkennen, dass der Zyklon, von Osten her kommend, mitten auf die Hauptstadt Antananarivo, in der wir leben, zurast. Er sollte eine Windgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h bekommen, was hier in Madagaskar bei der einfachen Bauweise der Gebäude deutlich mehr Schaden anrichten würde wie es beispielsweise in Europa der Fäll wäre.


Bereits am Freitag haben unsere Kinder daher schulfrei bekommen, obwohl hier noch den ganzen Tag über die Sonne schien. Man hat also versucht, der Bevölkerung Zeit zu geben, sich auf den anstehenden Sturm vorzubereiten. Den Samstag über war Alarmstufe rot angesagt und man sollte es meiden, auf die Straßen zu gehen. In den lokalen Medien hieß es zum Teil, dass es einer der schlimmsten Zyklone der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte sei und dass der Klimawandel daran Schuld sei. Andere Stimmen meinten, dass es so etwas schon immer gab und zwar schlimm sei, aber nicht außergewöhnlich in Madagaskar ist.


Nachdem wir uns also auf den Katastrophenfall gefasst gemacht haben und insbesondere in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf die Ankunft des Zyklons warteten, ist etwas für uns Unerwartetes passiert. Nämlich nichts. Also rein gar nichts. Außer, dass wir in der Nacht den Wind etwas pfeifen hörten.

Möglicherweise lag es an den vielen Menschen, die dafür gebetet haben, dass die Hauptstadt von schweren Schäden verschont blieb. Der Zyklon ist jedenfalls südlich an uns vorbeigezogen und traf auf Gebiete, die schon lange Zeit von den trockenen, regenarmen Monaten auf Wasser vom Himmel warteten.



In der Kürze und in der Fülle war dies weniger der erwartete Segen, und so gingen hier etliche Häuser in die Brüche. Man schätzt, dass 55.000 Menschen vorübergehend obdachlos wurden. Schulen, Gesundheitszentren und Straßen sind zerstört, stehen teilweise unter Wasser und müssen schnellstmöglich wieder aufgebaut werden. Reisfelder, die für den Erwerb und die Ernährung der Menschen überlebenswichtig sind, sind im starken Regen untergegangen oder die jungen Pflanzen/Samen wurden weggeschwemmt.



Wir selbst haben einer siebenköpfigen Familie geholfen, deren Haus durch die eine Woche zuvor anhaltenden Regengüsse überschwemmt wurde (siehe Bild). Aus Angst vor dem Zyklon wurden sie bei uns im Nehemia-Zentrum untergebracht und können jetzt, nachdem der Sturm vorbei ist, mit den Aufräumarbeiten beginnen.

Wir sind dankbar, von der vermeintlichen Katastrophe verschont geblieben zu sein und hoffen, dass das Wasser in den überfluteten Gebieten durch die nun anstehenden Sonnentage wieder schnell zurückgeht.

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